79 Tage.

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Durchschnittlich 79 Tage lang arbeitet eine Frau in Deutschland völlig umsonst. Ihre Arbeit wird erst ab dem 20. März bezahlt, während ihr männlicher Kollege für den gleichen Job seit dem 1.1. entlohnt wird. Und, ja, wir befinden uns im Jahr 2015.

Am 20. März findet deshalb der „Equal Pay Day“ statt. Er markiert symbolisch den geschlechtsspezifischen Entgeltunterschied, der nach wie vor besteht („Gender Pay Gap“). Dieser Unterschied beträgt laut Statistischem Bundesamt 22 Prozent. Umgerechnet ergeben sich daraus 79 Tage, die Frauen zum Jahresanfang umsonst arbeiten müssen: knapp 22 Prozent von 365 Tagen ergeben 79 Tage.

Das Motto des diesjährigen Equal Pay Day lautet: „Spiel mit offenen Karten: Was verdienen Frauen und Männer?“ – Ergo: Transparenz ist das Thema.

Organisiert wird der Equal Pay Day von der Initiative der Business and Professional Women (BPW), gefördert durch das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ).

2015 gehe es insbesondere um Fairness beim Gehaltspoker, betont Henrike von Platen, Präsidentin BPW Germany: „Unser Ziel muss es sein, die geltenden Regeln so zu verändern, dass Frauen gewinnen können. Eine undurchsichtige Spielanordnung verfestigt nicht nur Rollenmuster, sondern führt auch dazu, dass Frauen in Verhandlungen den Wert ihrer Leistung meist niedriger einordnen als Männer. Gehaltstransparenz ist Augenhöhe.“

Transparenz ist außerdem eine Voraussetzung für Gerechtigkeit. Auch beim Einkommen. Denn wenn jeder weiß, was Kollegen und Kolleginnen in vergleichbarer Position verdienen, müssen Arbeitgeber die Gehaltsunterschiede begründen. Außerdem können Frauen und Männer nur dann gleichermaßen die eigenen Gehaltsforderungen überzeugend vertreten und ihren Rechtsanspruch auf eine gerechte Entlohnung durchsetzen.