Dank Amy Schumer weiss ich,…

photo credit: Ali Goldstein

Bei Amy Schumer läuft‘s. Die New Yorkerin erobert gerade die amerikanische Comedy-Szene und das völlig zu Recht. Denn Amys Humor ist nicht nur unschlagbar komisch, sondern auch eine ordentliche Backpfeife Richtung Sexismus, Gender-Stereotype und gesellschaftliche Kuriositäten.

Vier Lektionen, die wir uns vom Schumer-Lifestyle abschauen können:

1. Chancen gehören beim Schopf gepackt
Ihr seid auf dem roten Teppich unterwegs und irgendwie bekommt ihr nicht die Presse-Aufmerksamkeit, die ihr (selbstredend) verdient? Amys Tipp: Auf den Auftritt der A-Prominenz in Form von Kim & Kanye warten und sich einfach mal locker-flockig vor den beiden auf den roten Flor schmeißen. Chance gesehen, Chance genutzt, zack bumm Blitzgewitter. Auch wenn das Normalsterblichen-Szenario in der Regel anders aussieht, lässt man in Alltag und Job oft einige Möglichkeiten ungenutzt vorüberziehen – gerne mal aus Angst oder weil das Wasser zu kalt erscheint. Doch die Welt gehört bekanntlich den Mutigen, also: Ran an den neuen Job, für den man sich (völlig unbegründet) für zu unqualifiziert hält. Finger hoch, wenn im Team ein Freiwilliger für ein verlockend-spannend neues Projekt gesucht wird. „Ja“ sagen – auch wenn das Selbstbewusstsein noch nicht ganz überzeugt ist.

2. Wer auf Nummer sicher setzt, setzt auf Stillstand
Amy Schumers Humor ist einer, der Grenzen austestet. Genau das macht sie so erfolgreich – und lässt gleichermaßen Kritiker aus ihren Löchern kriechen. Genormte Witze, die von jedem abgenickt werden, hätten der Comedienne wohl nie zu außergewöhnlicher Anerkennung verholfen. Amy wandelt nicht auf ausgetretenen Wanderpfaden, sondern folgt ihrer eigenen Nase. Natürlich kann es passieren, dass man da in unbeackerten Gefilden mal in eine Brennnessel tritt oder das Navi nicht weiter weiß – Dennoch, wenn wir Ideen haben, die anders sind, sollten wir ihnen eine Chance geben. Auch wenn wir damit anderer Leute Komfortzone verlassen. „I will joke about things you aren’t comfortable with. And that’s OK.” Mehr als ok, danke Amy.

3. Entschuldigungen bitte wohldosiert einsetzen
Amy Schumer ist ein Sozialanalyse-Crack. Ihre Sketche halten Spiegel vor. Wie zum Beispiel in „I‘m sorry“: „Oh sorry, wollten Sie das haben?“, „Entschuldigung, du wolltest gerade was sagen?“, „Sorry, ich will nur ganz kurz…“ Frauen entschuldigen sich für alles Mögliche und das seltenst begründet. Das Entschuldigen scheint eine Gewohnheit zu sein, die floskelartig im Einsatz ist. Aber warum? Warum habe ich mich letzte Woche in meinem Lieblingslokal dafür entschuldigt, dass ich ein in Ruß gewendetes Rührei habe zurückgehen lassen? Warum habe ich mich bei meinem Kollegen dafür entschuldigt, ihm ins Wort gefallen zu sein, obwohl wir gleichzeitig angefangen haben zu sprechen? „Sorry, but not sorry“, lautet das neue Credo. Denn wer sollte mich und mein verkohltes Rührei ernst nehmen, wenn ich es selbst nicht tue?

4. Instagram-Profile kommen auch ohne dreifachgefilterte Selfies aus
Selbstironie à la Amy funktioniert nämlich auch ziemlich gut. Hoffentlich ein Trend, der sich genauso zügig verbreitet wie #hotdoglegs & Co.

Übrigens, auch von Deutschland aus hat man Zutritt ins Amy Schumer-Universum: