Der Job-Kurztrip – Descape

Foto: Canva
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Habt ihr sie auch? Diese Liste mit Job-Alternativen? Wenn alle Stricke reißen, werde ich … ?
Meine Liste:

B. Zuckerbäckerin
C. Floristin
D. ein Café mit meiner Schwester aufmachen
E. Lottogewinner. Ist klar. (Falls Plan E eintritt: Bauernhof kaufen und dort Möbel restaurieren bis an mein Lebensende.)

So viel dazu. Aber warum lange träumen, warum „nur“ Plan A leben und die restlichen Pläne bloß nutzen, falls etwas schief läuft? Kann ich nicht zwischendurch auch schauen, ob ich überhaupt eine gute Floristin wäre? Descape ermöglicht es, in andere Jobs hineinzuschnuppern, ohne den eigenen Job kündigen zu müssen – oder wie sie es selbst auf Ihrer Homepage schreiben: „Tischler für einen Tag, Winzer für eine Woche oder Modedesigner für einen Monat – buche ganz einfach deine persönliche Flucht vom Schreibtisch.“

Flucht nach vorn

Hier sind also insbesondere jene angesprochen, die einen Job ausüben, der sie an den Schreibtisch bindet und die gerne genau das Gegenteil machen möchten: Einen Beruf ausprobieren, der etwas Greifbares schafft, etwas, das man anfassen kann. Diese kleinen Ausflüge in eine ganz andere Arbeitswelt könnte man laut Descape auch „Mini-Sabbaticals“ nennen.

Descape wurde 2014 in Berlin gegründet und hat feste Partnerunternehmen, die solche Schnupperkurse anbieten, ob Goldschmiedin in Berlin, Olivenbauer in Spanien, Hundeschlittenführer in Schweden oder Designerin in Bremen. Urlaub nehmen, Workshop im gewünschten Betrieb auswählen und gegen Gebühr (Preise auf der Website einsehbar, je nach Länge des Aufenthalts) eröffnet sich eine andere Arbeitswelt, die eventuell neue Perspektiven und schlummernde Fähigkeiten zum Vorschein bringt.

Ausprobieren sollte ein Leben lang erlaubt sein

In der Schule gibt es den Girls’ Day und Boys’ Day, im Studium machen wir Praktika, aber irgendwann wird uns vorgelebt, wir müssten uns und das, was wir ein Leben lang beruflich tun wollen, gefunden haben. Weg mit dieser Endgültigkeit. Ich möchte nicht 40 Jahre lang das Gleiche machen. Aber vielleicht zehn Jahre lang – aber zwischendurch auch mal etwas anderes. Warum schaue ich dann nicht auch einmal, ob ich nicht vielleicht wirklich eine gute Goldschmiedin oder Maßschuhmacherin sein könnte?

Foto: tookapic

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