Die BAföG-Rückzahlung. Folge 2

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Die Anträge sind gestellt, nun heißt es warten – wirklich? Oder ist etwas schief gelaufen? Hier folgt der zweite und finale Teil der kleinen BAföG-Rückzahlungsreise. Teil 1 findet ihr hier.

Folge 2: Im Auge des Tornados

Das Bundesverwaltungsamt hat mir viereinhalb Jahre nach Ende der Förderungshöchstdauer mitgeteilt, dass die BAföG-Rückzahlung zum 1.10. beginne. Ich habe daraufhin online drei Anträge gestellt: Zwei auf Teilerlass (aufgrund von Studiendauer und Leistung) und einen Antrag auf sofortige Rückzahlung.

Schließlich steht in dem Schreiben: Ich muss ab 1.10. mit der Ratenzahlung beginnen – oder bis zum 31.12. alles auf einmal zurückzahlen. (Letztere Möglichkeit bedeutet weniger zurückzahlen zu müssen!) Hm. Also muss ich dem Amt ja mitteilen, dass ich alles auf einmal zahlen möchte, ansonsten bekomme ich ja eine Mahnung, da das Amt kein Geld ab 1.10. sieht. Richtig? Neeeeein. Woher ich das weiß? Ich hab’ in dem Laden angerufen:

*drrrrrrr*

Ein Herr am anderen Ende: „Bundesverwaltungsamt.“

Julia: „Guten Tag, ich muss mein BAföG-Darlehen zurückzahlen, habe aber ein paar Fragen, können Sie mir helfen oder mich verbinden, mit jemandem, d-“

Der Herr: „Ich kann Ihnen helfen.“

Julia: „Oh, super, damit habe ich jetzt so schnell gar nicht gerechnet.“

Der Herr (mit einem Lächeln in der Stimme): „Ja, ungewöhnlich für ein Amt, ich weiß.“

In mir keimt die Hoffnung auf, dass das hier tatsächlich gut laufen könnte.

Julia: „Ich habe zwei Anträge auf Teilerlass gestellt und einen auf sofortige Rückzahlung. Die ersten beiden habe ich schriftlich bestätigt bekommen, den auf sofortige Zahlung nicht. Auf meine Anfrage über das Online-Kontaktformular hat niemand reagiert. Soll ich den Antrag jetzt noch einmal stellen, damit Sie wissen, dass ich nicht ab dem 1.10. Raten zahle?

Der Herr: „Neinnein, dazu brauchen Sie keinen Antrag zu stellen.“

Julia: „Ehm, naja, aber es gibt ja online die Möglichkeit dazu, das hieß für mich, man müsse das tun.“

Der Herr: „Neinnein, müssen Sie nicht. Der Antrag wird auch nicht bearbeitet. Deshalb haben Sie keine Bestätigung bekommen.“

Julia: „Ich kann online einen Antrag stellen, der sowieso nicht bearbeitet wird und auf den generell niemand in irgendeiner Weise reagiert?! Sie merken schon, dass das sehr irreführend ist? Das klingt nach Passierschein A38 aus Asterix und Oberlix.“

Der Herr (lacht): „Ja, das stimmt. Das ist tatsächlich verwirrend. Wir arbeiten daran.“

Julia: „Oh, gut zu wissen. Aber wie sage ich Ihnen denn jetzt, dass ich alles auf einmal zahle, damit Sie mir keine Mahnungen schicken? Schließlich kann man bis 31.12. alles zahlen, Ratenzahlung muss aber ab 1.10. beginnen.“

Der Herr: „Neinnein. Keine Sorge. Das ist ebenfalls sehr verwirrend formuliert. Auch die Ratenzahlung kann zusammen für drei Monate bis zum 31.12. gezahlt werden, daher gibt es für diesen Zeitraum keine Mahnung oder ähnliches. Wir arbeiten gerade daran, das Standardschreiben umzuformulieren. Glauben Sie mir, Sie sind nicht die Erste, die das fragt.“

Unglaublich, aber wahr. Vielleicht nur ein Einzelfall, aber dennoch: Ein kompetenter, freundlicher Ansprechpartner in einem Amt.

 

Quintessenz unseres Gesprächs:

  • Teilerlassanträge sollte man immer stellen (sofern die Bedingungen zutreffen)
  • Gegen Ablehnung der Anträge kann Widerspruch eingelegt werden (für den Fall, dass beispielsweise der Antrag auf Erlass durch Studiendauer abgelehnt wird, man aber nachweisen kann, dass man bestimmte Prüfungen an einem bestimmten Datum ablegen musste, die Abschlussarbeit aber schon eingereicht hatte)
  • Der Antrag auf sofortige Rückzahlung muss nicht gestellt werden
  • Die Bearbeitung der Anträge an sich kann Monate (!) dauern, daher sollte man zunächst das geforderte Geld zahlen (auch wenn das mafiös klingt) – wird den Anträgen stattgegeben, erhält man diese Abzüge zurück.

 

Also heißt es nun: zahlen und abwarten. Und danach hoffentlich nie wieder etwas mit Beamtenkram zu tun haben. (Haha! Ja, ich weiß.)

 

Weitere Informationen zur BAföG-Rückzahlung gibt es hier: