Visualisierung der Ungleichheit

Fotos: Screenshots ri.id.au/closethegap

Die australische Grafikerin Ri Liu verbildlicht in ihrer Serie „Close the Gap“ die weltweit bestehenden Ungleichheiten zwischen den Geschlechtern (Global Gender Gap) und zeigt somit auf, dass noch viel Arbeit geleistet werden muss, um Gleichberechtigung zu erlangen.

Dazu nutzt sie Daten des Human Development Report der Vereinten Nationen und der Weltbank um zwischen 161 und 188 Länder auf folgende vier Aspekte zu untersuchen und zu visualisieren: Vertretung in der Regierung, Erwerbstätigkeit, Bildungsniveau, Einkommen.

Die größten Ungleichheiten weisen Länder im Mittleren Osten, Afrika und Südasien auf. Die größte Gender Pay Gap findet sich beispielsweise in Jordanien: Hier verdienen Frauen umgerechnet durchschnittlich 2.875 US-Dollar im Jahr, Männer verdienen hingegen 19.459 US-Dollar – das sind 577 % mehr.

Deutschland befindet sich beim Einkommen auf Rang 96 von 175 Ländern, zwischen Nigeria und Vanuatu (einem souveränen Inselstaat in der Nähe der Fidschi-Inseln). Frauen verdienen in der Bundesrepublik durchschnittlich 33.028 US-Dollar im Jahr, Männer 53.445 US-Dollar, was 62 Prozent mehr Gehalt entspricht.

Die Daten spiegeln keine politische Beteiligung auf Lokalebene wider, noch werden ehrenamtliche und andere unbezahlte Arbeiten berücksichtig. Doch Ri Liu geht es weniger um absolute Zahlen als vielmehr darum, die vorherrschende Ungleichheit (gender inequality), die weltweit in den Bereichen politisches Engagement, Arbeit, Entlohnung und Bildung zwischen den Geschlechtern besteht, zu visualisieren. Sie möchte absichtlich für Unbehagen beim Anblick der roten Bereiche und sich voneinander entfernenden Linien schaffen und zu Diskussionen anregen.

Weitere Grafiken zur Visualisierung geschlechtsspezifischer Unterschiede, insbesondere in der Arbeitswelt, finden sich auf ihrer Website.

KokonMagazin_RiLiu_GlobalGenderGap2

Screenshots: ri.id.au/closethegap