Das Gegenteil von Body Shaming?

Das Gegenteil von Body Shaming? Eine Ode an "Schrankalarm"

Eine kleine Ode an „Schrankalarm“, eine TV-Sendung, die auf Body Shaming pfeift und uns allen zeigt, wie schön wir alle sind, egal wie wir aussehen.

Urteile über das Aussehen von anderen sind schnell gefällt, denn sie sind leider sehr einfach. Niemand muss sich mit dem anderen auseinandersetzen, kann sich aber direkt über den anderen äußern, kann mitreden. „Die hat auch Oberschenkel wie ein Nilpferd“, „Er ist viel zu dürre“, „Mit zehn Kilo weniger wäre sie viel hübscher.“ Gehen solche negativen Kommentare ins Extrem, ist das „Body Shaming“ – die Diskriminierung anderer aufgrund ihres Körperbaus, des „Body Type“.

Positiver Fokus: „Mein Gesicht finde ich klasse“

Stichwort: Body Type. Zeit eine Nachmittags-TV-Sendung vorzustellen, die Body Shaming ins positive Gegenteil verkehrt: „Schrankalarm“. In dieser Sendung besuchen zwei Stylisten eine Kandidatin, die angegeben hat, sie wisse nicht genau was sie anziehen soll und in ihrem Schrank herrsche Chaos. Es ist stets das gleiche Schema: Die Stylisten kommen vorbei, gucken sich an, was der Schrank hergibt, die Kandidatin präsentiert ihre Kleidung für einen Casual- und einen Chic-Look sowie für einen bestimmten Anlass (Geburtstag/Hochzeitstag/Zeugnisvergabe etc.), dann gehen sie shoppen, räumen den Schrank auf und stellen gemeinsam neue Outfits aus alten und neuen Klamotten zusammen.

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Die beiden Stylisten sind Miyabi Kawai und Manuel Cortez (manchen eventuell bekannt aus der Telenovela „Verliebt in Berlin“). Miyabi fertigt für jede Kandidatin eine individuelle Zeichnung ihres Body Types an. Hier wird eingezeichnet, was die Teilnehmerin an sich selbst mag und was nicht, sprich, wovon durch Kleidung abgelenkt werden soll. Genau diese Herangehensweise ist es, die „Schrankalarm“ besonders macht: Fast jede Kandidatin geht positiv gestimmt an diese Aufgabe heran, der Großteil markiert und kommentiert mit Aussagen wie „Mein Gesicht finde ich klasse“, „Meine Frisur ist toll“, „Ich mag meine Beine sehr“, „Mein Dekolleté ist schön.“ Ein, zwei Ausreißer gibt es natürlich, doch die meisten Episoden enthalten solche Selbsteinschätzungen. Jene Körperstellen, die eher für Unwohlsein sorgen, werden auch genannt, aber die Stylisten betonen stets, dass jede Kandidatin schön ist, wie sie ist und zählen ihr ihre Vorteile auf. Ohne dabei aufgesetzt zu wirken, sondern aus voller, ehrlicher Überzeugung. Ja, manchmal müssen sie auch Überzeugungsarbeit leisten. Aber am Ende gibt es stets ein Happy End, die Kandidatin erkennt, wie schön sie ist.

Body Loving statt Body Shaming

Hier liegt der Charme der Sendung: In Zeiten von Casting-Sendungen, Jurys und Formaten wie „Shopping Queen“, in denen es mittlerweile nur noch um Ab- und nicht Bewertung geht, gibt es hier eine Sendung, in der es eigentlich nur um Äußerlichkeiten gehen sollte – doch sie nimmt Oberflächlichkeiten wie Kleidung, um Persönlichkeiten zu unterstreichen. In ganz kleinem Rahmen zeigt sie uns, wie doch eigentlich unsere gesamte Gesellschaft sein sollte: Jeder akzeptiert sich, wie er ist, arbeitet mit dem, was er hat und am Ende sind alle glücklich und zufrieden und haben Spaß. Hach. Wie nennt man das, was Miyabi und Manuel bei Schrankalarm machen? Body Loving? Egal wie, ein Hoch darauf. Für mehr davon im Alltag.
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